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Virusvariante BA.5 und Einschätzung der Impfindikationen

24.6.2022:

Bei Infektion der aktuell in Deutschland vorherrschenden Virusvariante Omikron BA.5 haben wir folgende Charakteristika beobachtet: Der Verlauf der Erkrankung ist etwas schwerer als der der beiden Omikron-Vorvarianten BA.1 und BA.2, die seit Januar das Infektgeschehen in unserer Region bestimmten. Der Verlauf ist jedoch nicht so schwer wie bei den "ursprünglichen" Varianten, dem Wildtyp, der englischen Alpha und der indischen Deltavariante. Häufiger sehen wir wieder Durchfall als Anfangssymptom. Die Mehrzahl der Betroffenen klagen jedoch zunächst über sehr starke Halsschmerzen, gefolgt von Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit. Der Krankheitsverlauf für aktuell Infizierte, die noch keine Cov-19 Infektion durchgemacht haben, ist wieder etwas länger, 7-10 Tage, während BA.1 und BA.2 oft nach 5-7 Tagen weitgehend abgeklungen waren. Auffällig ist, dass sich auch Menschen, die schon eine Omikron BA.1 oder BA.2-Infektion durchgemacht haben, reinfizieren können. Bei diesen ist der Verlauf  unserer bisherigen Beobachtung nach jedoch recht kurz, zB 4 Tage, und wie ein "gewöhnlicher Infekt".

Bisher ungeimpften Personen über 50 empfehlen wir sich impfen zu lassen.

Bzgl. einer 4. Impfung sind wir jedoch bisher abwartend eingestellt, da die 3. Impfungen unserer Beobachtung nach schlechter vertragen wurden,als die ersten oder zweiten Inpfungen. Die Schutzwirkung gegen Infektion nach den Boosterimpfungen (3. und 4. Impfungen) beginnt unserer Erfahrung nach erst nach etwa 14 Tagen und dauert 2 - 3 Monate. Danach sinkt die Schutzwirkung bei vielen Menschen auf eine Art Basisschutz ab, geht also auf das Niveau vor der letzten Impfung zurück. Dies bedeutet für Menschen, die sich aktuell (Juni) viertimpfen lassen, dass sie im Herbst schon an die fünfte Impfung denken müssten.

Von Impfungen der Kinder <12 raten wir ab. Die noch fehlende Langzeiterfahrung mit den neuen Impfungen spricht dagegen, diese bei Kindern anzuwenden. Außerdem verlaufen die Cov-19-Infektionen in dieser Altersgruppe in der Regel mild.

Aktuelle Beobachtungen im Verlauf der Pandemie

Wir beobachten, dass Menschen jede Virusvariante maximal einmal bekommen. Bisher haben wir noch niemanden in unserer Praxis behandelt, die oder der zwei Omicroninfektionen oder zwei Deltainfektionen in Folge hatte. Wir beobachten ferner, dass die Infektionen von Mal zu Mal kürzer und leichter verlaufen - mit wenigen Ausnahmen. Inzwischen gibt es ja Menschen, die schon drei Varienten "hinter sich" haben.

Fast alle unserer Patient:innen hatten mehrere Covid-19-Begegnungen im weitesten Sinn, also Impfungen und/oder Erkrankungen. Von einem soliden Grundschutz gegen eventuelle neue Varianten ist daher auszugehen. Daher sind wir auch nicht pessimistisch für den Herbst.

Bisher Ungeimpfte und Nicht-Genesene, die erkranken, haben in der Regel, aber nicht immer, einen etwas stärkeren Omicron-Verlauf als Geimpfte.

Kinder, die an Omicron erkranken fiebern häufig hoch auf, klagen über Kopfschmerzen und Schluckbeschwerden. Die Krankheitsdauer der Akutsymptome ist 1-3 Tage, gefolgt von einer Phase mit Verschleimung oder Reizhusten. Bisher haben wir in unserer Praxis keine komplizierten kindlichen Verläufe beobachtet. Sehr hilfreich für die Akutphase erweist sich regelmäßig Belladonna, welches in der Fieberphase engmaschig, zB stdl. gegeben werden muss.

Der ursprüngliche Vorteil der Impfung für ältere Mitbürger:innen und Menschen mit medizinischem Risiko bei den drei Vorvarianten (dem Wild- oder Wuhantyp, der Alpha und der Deltavariante) scheint bei der Omicron-Variante relativ gering auszufallen.

Wir begrüßen die Ablehnung der Impfpflicht im Parlament. Unseres Erachtens passt eine individuelle Entscheidung zu einer so körper-nahen Maßnahme besser zu einer freien, demokratischen Gesellschaft, als ein pauschaler Zwang ohne Bewertung von individuellen Faktoren, wie zB. Covid-Erkrankungen ohne Genesenennachweiß, vorhergehende schlechte Verträglichkeit eines Impfstoffes ua..

Die Warnungen vor der nächsten Welle im Herbst, die wieder sehr bedrohlich werden solle, va seitens des Gesundheitsministers, halten wir für hypothetisch und angst-getrieben. Kein Mensch weiß, wie die Herbstwelle aussehen wird. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, dass es sich um eine Krankheitswelle handeln wird, die auch nicht bedrohlicher als die gegenwärtige Omicron-Welle ist, also ein recht ansteckender, aber ziemlich normaler Saison-infekt. Die Drohung, dass nun - nach Ablehnung der Impfpflicht - zwangsläufig wieder Einschränkungen der Bewegungsfreiheit drohen, wirkt befremdlich und fast wie die Androhung einer Bestrafungs-aktion für unartige Kinder.

 

Aktueller Verlauf der Omicron-Welle

24.2.2022: Die aktuellen Beobachtungen.bestätigen die Aussagen der letzten Beiträge: Der Verlauf der Omicron-Erkrankungen bei unseren Patient:innen ist übersichtlich. Beängstigende Verläufe haben wir bisher keine beobachtet. Kinder haben oft 2-3 Tage (teils hohes) Fieber, werden danach aber recht rasch wieder gesund. Bisher kein problematischer Verlauf. Bei den Erwachsenen tritt Fieber evtl bei bisher Ungeimpften auf, bei Geimpften oft nicht, aber kann sein, meist moderat hoch. Oft beginnt die Erkrankung mit Kopfschmerzen oder/und Halsschmerzen. Evtl. kommt (meist Reiz-) Husten dazu, aber idR kein Abrutschen des Infekts in die Bronchien oder gar Lungen. Allerding haben viele Betroffene nach 3 bis 5 Tagen eine Phase mit zäher Verschleimung des Nasen - Rachen - Kehlkopfraumes. Gefühlt einer von Zwanzig Erkrankten entwickelt Geschmacks- oder/und Geruchsabschwächung oder -verlust.

Vorsicht bei der Genesung: Wir warnen ausdrücklich vor zu frühem Leistungssport! Die Entscheidung, wann wieder gesportelt werden kann, muss individuell getroffen werden und sollte langsam schrittweise erfolgen.

 

Zur Einschätzung der Omicron-Variante und des Umgangs damit

10.2.2022: Zur Einschätzung der Omicron-Variante und des Umgangs damit empfehlen wir Ihnen das aktuelle Interview mit Dr. Angelique Coetzee, der vorsitzenden Ärztin der South African Medical Association, die den Omicron-Virus entdeckt und deren Auftreten "auf der Weltbühne" publiziert hat. Das Interview wurde in der der "Welt" publiziert.

 

https://www.welt.de/politik/ausland/plus236780035/Omikron-Entdeckerin-Man-wird-mich-nicht-zum-Schweigen-bringen.html

 

 

 

Impfpflicht trotz Omicron-Durchseuchung?

9.2.2022: Unseres Wissens sind so gut wie alle unserer älteren Patient:innen und Patient:innen mit Risikoerkrankungen ohnehin geimpft oder genesen. 

Die Ansicht des Gesundheitsministers (und die bisher offizielle Sichtweise der Bundesregierung), dass die Impfpflicht ab 18!!  trotz der momentan vonstattgehenden Durchseuchung mit Omicron - zustätzlich zur bereits erfolgten Durchimpfung - jetzt noch installiert werden müsse, teilen wir nach wie vor nicht. Die Annahme und Begründung, es könne im Herbst wieder eine gefährlicher Variante zirkulieren, ist hypothetisch, plus diese Variante träfe auf eine bis dann gut immunisierte Bevölkerung. Aktuell machen wir die Erfahrung, dass bei den Drittimpfungen ein höherer Prozentsatz der Impflinge mit prolongierten Unverträglichkeitsreaktionen zu tun hat. Dazu kommt die Passung zwischen Impfung und Virus, die ja bereits erheblich auseinandergerutscht ist (die aktuell verwendete am Wuhan-Virus entwickelte Impfung passt nur noch ungenügend auf Omicron). Wie diese Impfung auf den hypothetischen Herbstvirus passt, weiß kein Mensch. 

Das heißt für uns, ein Risiko zuzumuten für einen recht fraglichen Gewinn, macht vor der Maxime des für alle Ärzte mandatorischen, hypokratischen Therapie-Leitsatzes "nihil nocere" (bedeutet: auf keinen Fall mit medizinischen Handeln schaden!) keinen Sinn.

Ein ganz konkretes für uns Praktiker:innen und unsere Patient:innen bestehendes Problem bei einer Impfpflicht (und der jetzt schon bestehenden indirekten Impfpflicht durch Ausgrenzung) ist, dass nicht mehr flexibel reagiert werden kann, wenn ein Impfling auf eine Impfung überschießend reagiert. Der medizinische Verstand müsste dann nämlich dazu anhalten, mit weiteren Impfungen des selben Impfstoffes sehr zurückhaltend und vorsichtig zu sein. In der Regel erfolgen auf Impf-Überreaktionen auch hohe Antikörperkonzentrationen. Dies - also das Weglassen einer nach Schema F vorgeschriebenen weiteren zweiten oder dritten Impfung - ist dann nicht mehr möglich. (und muss jetzt schon von Betroffenen mit der Einschränkung ihrer sozialen Teilhabe bezahlt werden.)

 

 

Aktuelle Einschätzung der Omicron-Welle

1.2.2022: Bisher sind alle in unserer Praxis beobachteten Erkrankungsfälle mit der Omicronvariante (seit der 2. Januarwoche betrifft das 100% der Corona-fälle) verhältnismäßig mild verlaufen. Das Krankheitsbild ist eindeutlig anders als bei den bisherigen Varianten und erinnert eher an normale virale Infekte, einhergehend teils mit 2-3 Tagen Fieber, teils auch ohne Fieber, aber mit Verschleimung, Schnupfen und moderatem Husten, Abgeschlagenheit.

Bei Kindern scheint uns der Verlauf eher mit mehr Symptomatik als bei den bisherigen Varianten einherzugehen. Sie reagieren ebenfalls nicht selten mit Fieber über 2(-3) Tage und allgemeinen Infektsymptomen bis zu einer Woche. Bisher hatten wir erfreulicherweise weder bei Kindern, noch bei Erwachsenen (geimpft oder ungeimpft) einen besorgniserregenden Verlauf. Wir hoffen, dass es so bleibt, die Beobachtungszeit geht natürlich erst seit drei Wochen.

Wir gehen davon aus, dass bis April oder Mai die meisten Menschen, die aktiv am Sozialleben teilnehmen und sich nicht speziell abkapseln, Kontakt mit dem Omicron-Virus haben werden und so eine ordentliche "Durchseuchung" der Bevölkerung zustande kommen dürfte, sodass die Notwendigkeit einer Impfpflicht aus medizinischen Gründen entfällt.

Verkürzung der Genesenenzeit

18.1.2022: Die Verkürzung der "Genesenenzeit" durch den Gesundheitsminister auf nur mehr 3 Monate überrascht, da sie der aktuellen Studienlage und der medizinischen Erfahrung mit Infektionskrankheiten wiederspricht.

Von Covid-19 Genesene - obwohl sie weniger im Blut nachweisbare Spike und neutralisierende Antikörper aufweisen - zeigen klinisch (also faktisch) einen robusteren Schutz gegen eine Reinfektion mit einer Folgevariante als Geimpfte ohne bisherigen Viruskontakt. Wir haben einige wenige Reinfektionen von ehemals mit dem (ersten) C-Wildtyp infizierten beobachtet, die bei Infektion mit der Omikron-Variante moderat grippal erkrankten (ohne Geruchs- und Geschmackverlust, also ohne Beteiligung des neurologischen Systems). Wohingegen es bei Durchbruchinfektion von Zwei- oder Dreifachgeimpften in unserer Beobachtung gelegentlich schon zu Geruchs- und Geschmackverlust kommt und der Krankheitsverlauf auch etwas stärker (jedoch bei unserern Patienten bisher nie bedrohlich) gewesen ist als bei Genesenen. 

Auch die Erfahrung mit anderen Infektionskrankheiten: Masern, Mumps, Röteln, Keuchhusten, Windpocken und Influenza spricht dafür, dass Personen, die davon genesen sind, einen wesentlich kompletteren und langständigeren Schutz aufweisen als Geimpfte. Aufgrund welcher Faktenlage oder epidemiologischen Erwägungen die "Genesungszeit" verkürzt wurde, ist daher schleierhaft.

 

Der bisher - nach unserer Beobachtung und allgemeinen Berichten nach-  mildere, eher grippal/grippe-artige Verlauf von Omikron bei gleichzeitiger Tatsache einer relativ ungenügenden Schutzwirkung der bisherigen Impfstoffe auf diese neue Covid-19-Variante bringt für bisher noch nicht Geimpfte mit niedrigem Risikoprofil (zB jünger als 40, keine Vorerkrankungen, vitale Gesundheit) die Überlegung ins Spiel, sich so zu verhalten wie bei einer "normalen" saisonalen Grippewelle. Also darauf zu achten, ausreichend zu schlafen, gut zu essen, Nährstoffmängel zu vermeiden (Eisen, B12, Vit D) und die noch nicht getroffene Impfentscheidung vorbehaltlich einer substanziellen Änderung des Pandemieverlaufes (Auftreten einer neuen wieder gefährlicheren Variante) vorerst weiter zu verschieben.

Omicron

13.1.2022: Wir haben regional nun die ersten Familien mit nachgewiesener O-Infektion und gehen davon aus, dass sich in den nächsten Wochen auch in Passau eine relativ große Krankheitswelle aufbauen wird. Erfreulicherweise verdichten sich die Hinweise, dass der Krankheitsverlauf der Infektion mit der O-Variante (deutlich) weniger komplikationsbehaftet ist, als der der bisherigen Varianten - bei gleichzeitig erhöhter Ansteckungswahrscheinlichkeit. Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie stellt klar, dass die aktuelle Datenanalyse NICHT bestätigt, dass Kinder und Jugendliche durch Omicron in Bezug auf Krankheitsintensität besonders betroffen wären, im Gegenteil, "die Krankheitsschwere liegt in allen Altersgruppen deutlich unter der der Delta-Variante". Gleichzeitig zeigt sich leider, dass die Effektivität der bisherigen Impfstoffe bei Infektion mit der O-Variante weniger verlässlich ist.

In diesem Kontext überrascht die aktuelle Empfehlung der Stiko, Jugendliche ab 12 nach erfolgter Grundimmunisierung jetzt auch zu Boostern (zumindest vor Verfügbarkeit eines angepassten Impfstoffes) und wir würden uns dieser Empfehlung was die Jugendlichen unserer Praxis betrifft derzeit nicht anschließen wollen. Zumal die Erfahrungen mit Drittimpfungen in dieser Altersgruppe noch relativ begrenzt sind.

 

Zum Jahreswechsel unsere aktuelle Einschätzung der Pandemie und Impfindikation

30.12.2021: Unverändert schätzen wir aus integrativ-medizinischer (schulmed. und naturheilkundlicher) Sicht die Impfindikation für Kinder <12, für Jugendliche 12-18 und junge Erwachsene negativ ein. Die von uns bei den Patient:innen dieser Altersgruppen unserer Praxis beobachteten Krankheitsverläufe waren ganz überwiegend mild, selten mittelgradig. Long-Covid, also Symptome über 4 Wochen hinaus beobachten wir bei unseren Patient:innen dieser Altersgruppen nicht.

Wir haben uns seit April wie sie wissen aus Überzeugung an der Impfkampagne beteiligt und stehen auch dazu. Auch bei den aktuellen Boosterimpfungen und "späten" Erstimpfungen beteiligen wir uns. Die Impfung (Biontech) ist im wesentlichen gut verträglich, die Verträglichkeit ist jedoch umgekehrt invers mit dem Alter, ältere Menschen vertragen die Impfung in der Regel relativ gut, Menschen in der ersten Lebenshälfte meist auch, jedoch im Vergleich zu Älteren deutlich schlechter.

Mit der Coronainfektion bei chronisch kranken Menschen, Menschen mit angeborenem Handicap und Menschen in der zweiten Lebenshälfte ist nicht zu spaßen. Die Nachrichten von überfüllten Covid-19-Stationen und va. vollen Intensivstationen sind real und wer niemanden kennt, der durch Covid-19 hospitaliert wurde, gestorben ist oder langfristig beeinträchtigt aus der Infektion herauskam, sollte daraus nicht den Schluss ziehen, die Erkrankung und die Pandemie sei komplett überschätzt! 

Bei allen erwähnten Risikogruppen und va. bei Menschen Ü50 beurteilen wir daher die individuelle Nutzen-Risiko-Relation der Impfung daher eindeutig positiv, also in auf jeden Fall zu Gunsten der Impfung, dies trifft wahrscheinlich auch für gesunde Menschen zwischen 40 und 50 zu, ist unserer Meinung und Beobachtung nach für gesunde Menschen zwischen 30 und 40 unklar und für Gesunde U30 fraglich. Wichtig: Diese Einschätzung nimmt Menschen mit chronischen Erkrankungen und/oder Handicap explizit aus und bezieht sich ansonsten auch auf die Patient:innen unserer Praxis, also ganz überwiegend gesundheitsbewusste, ernährungsbewusste Menschen in materiell privilegierten Verhältnissen

Selten, aber doch, gibt es über die unmittelbaren 2-3 Tage hinausgehende Unverträglichkeitsreaktionen der Impfung und wir betreuen vereinzelte Patient:innen mit tatsächlich ernsten, zu befürchten ist, auch bleibenden Schädigungen durch die Impfung. Auch das ist Realität. 

Daher gilt für uns: Die Impfentscheidung kann unserer Überzeugung nach nur individuell sein. Gesundheit ist trotzdem wir alle in einem Boot sitzen eine höchst persönliche Angelegenheit - dies ist in unserer Kultur so verankert, ist immer so gewesen und dies sollten wir nicht aufgeben. Eine staatliche Impfpflicht lehnen wir daher strikt ab. Auch die Tatsache, dass man an allen Ecken und Enden seinen persönlichen Impfstatus "ausweisen" muss, halten wir für eine bizzarre Sachlage - an die wir uns allerdings fast schon gewöhnt haben. 

Was junge Menschen betrifft: Wir bieten Impfungen für junge Menschen ab 12 in unserer Praxis an, jedoch nicht aus medizinischer Überzeugung, sondern ausschließlich, da ihnen sonst ein faktischer Lock-down und die verwehrte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben droht.

Viele Patient:innen äußern in den Sprechstunden ihr Unbehagen, ihre Irritation, auch Angst und Niedergeschlagenheit bezüglich des Modus der staatlichen Pandemie-bekämpfung und des Drucks in den individuellen medizinischen Bereich hinein. Dies wird von vielen kritischen Menschen als überschießend, inkonsistent, autokratisch, unwissenschaftlich-irrational und unter Umgehung parlamentarischer Strukturen gesehen. Unserer Meinung nach zurecht. Menschen, die nicht mit allen Aspekten der staatlich verordneten Regularien konform sind, finden sich mit undemokratischen Gruppierungen in einen Topf geworfen und als Querdenker etikettiert. Fast hat man den Eindruck, der psychologische Leidensdruck durch den Modus der Pandemiebekämpfung ist ebenso groß wie der rein medizinische durch die tatsächliche oder potenzielle Infektion. Leider und überraschenderweise wird der autokratische Kurs der Politik kritiklos von allen (eigentlich) demokratisch verankerten Parteien und  überraschenderweise auch vom größten Teil der Presse mitgetragen. Dass die Pandemiebekämpfung auch mit weniger autoritärem Vorgehen möglich ist - ohne schlechter durch die Pandemie zu kommen - zeigt beispielsweise Schweden, aber auch England, beides Länder, in denen an die Vernunft der Menschen appelliert wird, ohne sie mehr als nötig zu einem bestimmten Verhalten zu nötigen.

Wir wünschen Ihnen und uns, dass die ungünstigen Veränderungen der gesellschaftlichen Entwicklung sich wieder regulieren. Und natürlich auch, dass die Pandemie - was die medizinischen Aspekte betrifft - ein baldiges Ende finden möge. Es bestehen zum gegenwärtigen Zeitpunkt weniger Zweifel an Letzterem. In diesem Sinne einen guten Jahresbeginn und -verlauf 2022!

Ihre Andreas Kammermeier und Bernadette Donath

 

HIer noch eine (komödiantische) Zusammenfassung der kommenden Ereignisse:

https://m.youtube.com/watch?v=tPLDhVIDEDc

 

 

 

 

 

Boosterimpfungen bei Erwachsenen und Kinderimpfungen

21.12.2021: Die rasante Dynamik der Omicron-Variante spricht für vorzeitige Boosterungen va. bei der gefährdeten Bevölkerungsgruppe, also den über 50-jährigen und Menschen mit chronischen Erkrankungen. Bevorzugt würden wir aufgrund der tendenziell besseren Verträglichkeit dazu den Biontech-Impfstoff empfehlen. Dieser steht jedoch - leider - derzeit nur in begrenztem Ausmaß zur Verfügung. Wir kommen mit unserer Biontech-Versorgung momentan mengenmäßig noch zurecht, es ist jedoch fraglich, ob wir im neuen Jahr alle Nachfragen bedienen können. Den Moderna-Impfstoff setzen wir selbst derzeit nicht ein. Boosterung von Patient:innen <50 würden wir je nach Zeitpunkt der Primärimpfung oder Infektion, den Reiseplänen (Österreich, Italien) und dem individuell eingeschätzten Risiko bei Infektion (evtl auch der Titerhöhe) ermessen.

Bezüglich der Kinderimpfungen orientieren wir uns nach wie vor an der Stiko-Empfehlung, diese bei gesunden Kindern <12 nicht durchzuführen.

Omikron und Kinderimpfungen und Boosterimpfungen für Genesen-Geimpfte

29.11.2021: Die sich von Südafrika ausbreitende Omikron-Variante scheint sich schneller zu verbreiten, jedoch scheint der Krankheitsverlauf nicht schlimmer, möglicherweise sogar milder zu sein als bei den bisherigen Varianten (dem Wildtyp, der "britischen" Alphavariante und der "indischen" Deltavariante), die nach unserer Beobachtung ungefähr zu gleich starken Krankheitsausprägungen führ(t)en. Sowohl Geimpfte als auch Genesene scheinen - den Beobachtungsberichten aus Südafrika nach - einen "Basisschutz" gegen die neue Variante zu besitzen, heißt, ein schwerer Verlauf mit Krankenhauspflichtigkeit ist unwahrscheinlich. Allerdings muss man prinzipiell als Genesene:r mit Reinfektion, bzw. als Geimpfte:r mit Durchbruchsinfektion rechnen.

Vermutlich sollten wir mehr und mehr unsere Einstellung von der Erwartung nicht infiziert zu werden dahingehend umstellen, dass wir auf der Basis des Geimpftseins oder Genesenenseins uns gewappnet genug fühlen, mit der Gruppe der Coronaviren immunologisch zu rechtzukommen, so wie wir das ja auch mit allen anderen "Infekt-Viren" incl. der Influenza tun.

Genesene: Wir beobachten bei unseren Patient:innen bisher nach wie so gut wie keine Reinfektionen. Am ehesten scheint es nach Wildtyp-Infektionen (also Menschen, die sich vor Dezember 2020 infiziert haben) zu (leichten und kurzen) Reinfektionen zu kommen. Menschen, die Anfang des Jahres mit der Alphavariante infiziert waren, scheinen sich nicht mit der Deltavariante zu reinfizieren.

Bzgl. der EMA-Freigabe von BionTech für die Altersgruppe 5-11: Die Stiko hat die Impfung für Deutschland bisher nicht empfohlen. Prof. Zepp, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik Mainz und Stiko-Mitglied, beurteilt in mehreren Inferviews bis dato die Risiko-Nutzen-Relation der Impfung für Kinder zuungusten der Impfung. Wörtlich sagt er, wir sehen, dass Coronainfektionen bei Kindern fast immer mild verlaufen und das Nebenwirkungsprofil der Impfung im Kindesalter ist noch nicht ausreichend bekannt. Außerdem weist Prof. Zepp darauf hin, dass es nach der aktuellen Studienlage unklar ist, ob Post-Covid im Kindesalter überhaupt existiert. In den Vergleichsstudien wiesen Kinder, die nicht an Covid-19 erkrankt waren genauso häufig "Post-Covid-Symptome" (Müdigkeit, Abgeschlagenheit ...) auf, wie in der Gruppe der Erkrankten. Die deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin beurteilt die Situation ebenso: "Die primäre Krankheitslast dieser jungen Altersgruppe durch schwere (Corona) Erkrankungen ist unverändert sehr gering ..."

Nota-bene: Für Patient:innen, die erst Infiziert, dann nach sechs Monaten geimpft sind UND für Patient:innen, die einmal geimpft und dann infiziert wurden, empfiehlt die Stiko bisher KEINE weitere Boosterimpfung. Diese Patientengruppen gelten derzeit in Deutschland als langfristig immunisiert. (Wir wissen derzeit allerdings nicht, wie unsere Nachbarländer und Italien dazu stehen)

 

Und nochmal die Boosterimpfung

22.11.2021 Sollen ausnahmslos alle boosterimpfen lassen, auch relativ junge Leute? Es gibt dazu mehrere Aspekte: Sicher ist es gesamtgesellschaftlich gesehen gut, wenn - wie bei den Primärimpfungen - zunächst die vulnerablen Gruppen drittgeimpft werden, also die Menschen Ü60 (evtl auch Ü50) und diejenigen, die berufsbezogen viele Kontakte haben. Und natürlich Menschen mit Risikoerkrankungen. Dazu gehören neben Gesundheitsarbeiter:innen auch Lehrer:innen und andere pädagogische Berufsgruppen.

 

Menschen, die stark auf eine der beiden Primärimpfungen reagiert haben, haben oft sehr hohe Antikörpertiter, also auch einen relativ verlässlichen Schutz. Dies kann durch eine Titerkontrolle objektiviert werden.

 

Für gesunde, relativ junge Menschen, also U30 (auch U35), die zweimal geimpft sind, ist das Risiko im Falle einer Coronainfektion sehr begrenzt. Wir haben eine nicht unerhebliche Zahl solcher Infektionen in der Praxis gesehen und begleitet und der Schweregrad der Erkrankung ist in aller Regel nicht besonders dramatisch und schon gar nicht gefährlich.

 

In unserer Praxis wird zu Erst und Boosterimpfungen ausschließlich BionTech-Impfstoff verwendet, da dieser unserer Beobachtung nach besser verträglich ist als der Moderna-Impfstoff, also seltener zu "ruppigen" Impfreaktionen führt.

Nochmal Drittimpfung

8.11.2021: Die überraschend hohe Zahl der Infektionsdurchbrüchen bei Geimpften bringt die Frage der Boosterimpfungen von nicht nur Über-Siebzigjährigen zunehmend auf den Tisch. Das Impfschema 0-1-12, also einer Grundimmunsisierung im Abstand von ca einem Monat und einer Auffrischungsimpfung nach einem Jahr kennen wir von vielen Impfprogrammen von der Tetanusimpfung, über die FSME-Impfung bis zur Hepatitisimpfung ua. Heißt: Im Prinzip ist eine Boosterimpfung nach stattgehabter Grundimmunisierung nichts Ungewöhnliches und bedeutet nicht, dass ein Impfstoff an sich nicht wirksam ist.

 

Für Personen Ü40, die die ersten beiden Impfungen gut vertragen haben und deren letzter Impftermin fünf Monate oder länger zurückliegt, liegt es nahe und spricht nichts dagegen, eine Boosterung ins Auge zu fassen. Dies gilt natürlich im Besonderen auch für alle Personen mit chronischen Krankheiten oder einem relavanten Gesundheitsrisiko, wie zB. einem BMI an oder über 30, Bluthochdruck oä.

Schwieriger ist die Entscheidung für Menschen, die entweder impfskeptisch sind oder auch mit Nebenwirkungen auf die ersten Impfungen reagiert haben, oder die relativ jung sind. Hier ist eine individuelle Abwägung erforderlich, bei der wir Ihnen gerne behilflich sind.

Interessant ist in diesem Kontext die auch von Prof. Drosten (in zwei als Video verfügbaren Interviews) vertretene Ansicht, dass wir alle nicht umhinkönnen, mittel- bis langfristig echten "Feldkontakt" mit dem Virus zu haben und eine natürliche Immunantwort mit der Bildung von Schleimhautimmunität (T-Zellen und B-Zellen) auszubilden, die sehr viel effektiver und langdauernder ist, als die Impfimmunität. 

Natürlich sollte dieser Feldkontakt möglichst in einem Stadium immunologischer Kompetenz und Stärke stattfinden, sodass ein gefährlicher Krankheitsverlauf sicher abgewehrt werden kann und das bringt uns zu der Fragestellung: Wie kann man erkennen, ob dies im Einzelfall gegeben ist? 

Eine entsprechende Risikoeinschätzung ist möglich, sie wird jedoch auf jeden Fall immer auch eine gewisse Unschärfe haben. Sie wird Alter, Geschlecht (Männer haben höheres Risiko), Gesundheitszustand und medizinische Risikofaktoren berücksichtigen. Unserer Überzeugung nach bietet auch die Höhe der gebildeten Antikörpertiter eine wichtige Entscheidungshilfe. In einer aktuellen französischen Studie an über 8000 Personen, von Dimeglio et al, die im J. of Infection publiziert wurde, lies sich zeigen (allerdings an der Alphavariante), dass die Antikörpertiterhöhe invers mit der Wahrscheinlichkeit einer Infektion korrelierte - und zwar für Genesene und für Doppeltgeimpfte gleichermaßen. Also hohe neutralisierende Antikörper (in der Studie über 256 /ml neutralisierende AK.) bedeuteten sehr niedrige Infektionswahrscheinlichkeit.

Wir denken, dass diese Studie ähnliche Rückschlüsse auf die momentan grassierende Delta-Welle zulässt, allerdings beobachten wir, dass die genannte Antikörperhöhe von 256 als relativ sicherer anzunehmender Grenzwert bei der Deltawelle nicht ausreicht und gehen ab einer Antikörperhöhe der neutralisierenden Antikörper von > 500 von einem relativ guten Schutz aus.

 

 

 

Abschaffung der Zusatzbezeichnung Homöopathie durch die Landesärztekammer

18.10.2021 Wir bedauern die Abschaffung der Zusatzbezeichnung Homöopathie, die bisher nach mindestens 3 jähriger berufsbegleitender Ausbildung beim Zentralverein hömöopathischer Ärzte und entprechender Prüfung erworben werden konnte. Homöopathie ist eine ärztliche Behandlungsmethode, die vor über 200 Jahren in Deutschland durch den Arzt Samuel Hahnemann begründet wurde. Eine erfolgreiche Ausübung der Homöopathie erfordert breites Wissen und eine strukturierte Anwendung auf der Basis korrekter Diagnosen. Gerade bei akuten Infekten (bei Kindern!! bei Erwachsenen, auch bei Haus- und Nutztieren) hilft die Homöopathie bei vielen Alltagsbeschwerden und - erkrankungen "Chemie" einzusparen, Antibiotika für schwere und Krankenhausanwendungen zu reservieren und führt häufig zu raschen und kompletten Heilungen. Aber auch Schmerzerkrankungen und Systemerkrankungen können häufig entscheidend gebessert und gar nicht selten auch geheilt werden - wie viele von Ihnen bestätigen können. Die Abschaffung einer strukturieren anerkannten Ausbildung für Ärzte schwächt die Homöopathie speziell im ärztlichen Anwendungsbereich.

Es ist ganz allgemein verwunderlich und traurig, dass - trotz steigenden Bewusstseins für Naturerhalt, Klima und grüne Landwirtschaft -  das Bewusstsein für "grüne Medizin" seit einigen Jahren in einem kontinuierlichen Schwund begriffen ist. Es ist erstaunlich, just in der Zeit, in der (endlich) erkannt wird, dass der Mensch nicht ungestraft in die Regulationsabläufe der Natur eingreifen kann, zu glauben, dies sei beim Menschen selbst kein Thema. 

Die Influenza

13.10.2021: Bisher sind in unserer Praxis keine Influenzafälle aufgetreten. In den meisten Jahren spielt sich die Influenzawelle zwischen Mitte Januar und Mittel März (ggf bis Ostern) ab. In der ersten Winterhälfte sieht man meist nur vereinzelte Fälle. Gelegentlich, so zB. 2009/2010 im Jahr der "Schweinegrippe", beginnt die Influenzasaison schon im November. Die Einschätzung, dass diese Wintersaison eine eher lebhafte Influenzasaison mit sich bringen könnte, teilen wir. Dies könnte die Motivation für eine Influenzaimpfung in dieser Saison zurecht steigern.

Bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen empfehlen wir die Influenzaimpfung nur beim Vorliegen von chronischen Erkrankungen, die das Immunsystem beeinträchtigen. Gleiches bei Erwachsenen in den mittleren Jahren. Über Sechzig ist die Influenzaimpfung zu erwägen, unserer Ansicht nach jedoch nicht pauschal, sondern nach Maßgabe einer Individualentscheidung. Viele Menschen hatten eine Influenza in jungen Jahren und dann nie wieder. Offenbar haben sie sich einmal robust immunisiert und dann möglicherweise "stumm" immer einmal wieder durch Influenzakontakt nachgeboostert. Für diese (große) Personengruppe ist der Nutzen der Impfung fraglich. Zu bedenken ist, dass die Verträglichkeit der Influenzaimpfung, die ja jedes Jahr neu zusammengestellt wird, schwankt, es durchaus immer wieder Personen gibt, die die Impfung nicht gut vertragen und regelrecht an einer Impf-Influenza erkranken. Da die Influenzaviren auf Hühnereiweiß gezüchtet werden, sollten speziell auch Nahrungsmittelallergiker mit Unverträglichkeit von Ei, die Impfentscheidung gut abwägen, da sie mit einer gesteigerten Unverträglichkeitsquote rechnen müssen.

Es gibt Menschen, die ungeimpft jedes Jahr an Influenza erkranken, offenbar eine gewisse Immunschwäche (bei ansonsten guter Gesundheit) gegen Influenzaviren haben. Für diese Gruppe kann die Influenzaimpfung sehr sinnvoll sein.

Berufliche Aspekte können eine Rolle bei der Entscheidung spielen und zwar sowohl in Bezug auf die eigene Sicherheit, wie auch auf die der Klienten/Patient:innen.

Wichtig bei allen Impfungen ist: Nur in "gutem Zustand" impfen und nicht bei an- oder abflutendem Infekt oder einem Tag in miserabler Form, warum auch immer. Wir persönlich legen auch Wert auf eine homöopathische Begleittherapie zur Impfung, um die Verträglichkeit zu verbessern.

Die zeitliche Zusammenlegung der Influenzaimpfung mit der Covid-19-Impfung halten wir für nicht so weise.

 

Die dritte Impfung

13.10.2021 Inzwischen gibt es eine Stiko-Empfehlung für die dritte Impfung für Menschen über 70. Dieser Empfehlung schließen wir uns an. Wenn Sie zu dieser Personengruppe gehören, sich aber nicht so recht zur Drittimpfung entschließen können, besteht die Möglichkeit, die Covid-19-Antikörper im Blut zu überprüfen. Obgleich noch nicht bekannt ist, ab welcher Antikörper-Titer-Höhe von einem Schutz ausgegangen werden kann, erlauben die Antikörper eine ungefähre Einschätzung der aktuellen Immunologie. Sind die Antikörper noch im sehr hohen Bereich nachweisbar, besteht aller Wahrscheinlichkeit noch ein recht guter Schutz, sind sie stark abgesunken, dann ist möglicherweise die Immunologie nicht mehr ganz so robust und eine Drittimpfung umso bedenkenswerter.

Im Prinzip gilt dies auch für Menschen unter 70 und im Einzelfall kann auch da eine Drittimpfung sinnvoll sein und dann auch ohne weiteres durchgeführt werden.

Eine zeitliche Kombination mit der Influenzaimpfung empfehlen wir nicht, da es unseres Erachtens besser/sicherer ist, dem Körper Zeit zur Auseinandersetzung mit jedem einzelnen Agens zu geben. 

Unsere aktuelle Einschätzung für Ungeimpfte, Kinder und Schwangere

Es gibt individuell-medizinische, epidemiologische, gesellschaftlich-politische und berufliche Argumente bei der individuellen Impfentscheidung pro/contra der Coronaimpung. Die Impfung wird in jungen Jahren wesentlich schlechter vertragen als im höheren Alter. Über Vierzigjährige haben selten Probleme in Punkto Verträglichkeit. Unserer Ansicht nach ist die Nutzen-Risikobilanz für über Vierzigjährige in aller Regel pro Impfung, aber für unter Dreißigjährige ohne spezielle Risikoerkrankungen eher negativ. Heißt, die Krankheitsverläufe sind in diesen jungen Jahren in aller Regel relativ leicht, auch die Wahrscheinlichkeit von Long-Covid ist relativ gering. Epidemiologisch macht die Impfung auch für unter Dreißig allerdings Sinn, da es hilft, die Menge der zirkulierenden "Wildinfektionen" zu reduzieren. Berufliche Aspekte kommen insofern dazu, als es unserer Ansicht nach von Arbeiter:innen im Gesundheitssektor mit einem gewissen Recht erwartet wird, dass sie immunisiert, also "safe" sind. Auch für Menschen, die in sozialen und pädagogischen Berufen arbeiten, gilt etwas abgeschwächt Ähnliches. 

Gesellschaftlich-politische Aspekte spielen vor allem eine Rolle für Menschen zwischen 18 und Mitte Zwanzig. Ihnen nützt die Impfung persönlich eher wenig, da die Krankheitsverläufe in diesem Alter tatsächlich in etwa denen von "normalen" Infekten entsprechen. Sie wollen jedoch durch die strengen staatlichen Maßnahmen in In- und Ausland nicht noch länger in ihrem Bewegungsspielraum blockiert sein und viele lassen sich daher - verständlicherweise - impfen.

Leider haben Corona-erkrankte Schwangere in deutlich höherem Prozentsatz schwere Verläufe, sodass es für Frauen im Stadium der Familienplanung auf jeden Fall sinnvoll ist, sich VORAB impfen zu lassen. Eine Impfung in der Schwangerschaft hingegen sehen wir als kritisch an und würden diese momentan auch nicht in unserer Praxis durchführen, da der Beobachtungszeitraum fehlt - es gibt ja noch keine geborenen Kinder von Covid-geimpften Schwangeren.

Die Impfung von jungen Menschen unter 18 sehen wir nach wie vor problematisch und denken, dass die Nutzen-Risiko-Bewertung hier eindeutig zu Ungunsten der Impfung steht und dass unsere jungen Menschen vom epidemiologischen Aspekt entlastet/freigestellt werden sollten, heißt: dass sie nicht das Gefühl haben sollten, sie müssten sich zum Schutz der älteren Bevölkerung impfen lassen. Der momentan aufgebaute indirekte Impfdruck auf diese Altersklasse erfüllt uns mit erheblicher Sorge. Entscheiden sich junge Menschen (12-18) nach Abwägung der Pros und Cons für die Impfung, ist es jedoch möglich, diese in unserer Praxis durchführen zu lassen.

Impfung von Jugendlichen

unser Rat und unser Vorgehen in der Praxis

Zur Änderung der Stikoempfehlung: Natürlich hat die Änderung der Stikoempfehlung nach Auswertung der US-amerikanischen Daten der dortigen Kinder-und Jugendlichenimpfungen Gewicht. Trotzdem empfehlen wir die Impfung unseren Patientenfamilien für die Kinder und Jugendlichen ab 12 derzeit noch nicht. Uns scheint die Beobachtungszeit in Bezug auf eventuell zeitverzögert auftretende Reaktionen noch relativ kurz. Dies plus die Tatsache, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland (anders als in den USA) zum allergrößten Teil sehr milde Covid-19-Verläufe mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit von Long-Covid zeigen, rechtfertig unserer Ansicht nach den Einsatz der neuen Impfgeneration in diesem Alter zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht.

Dass das Ringen um ein richtiges Konzept noch im Fluss ist, kann auch daran gesehen werden, dass in Großbritannien Kinder und Jugendliche zwischen 16 und 18 nur eine einzige Impfung erhalten und für Kinder unter 16 keine Impfempfehlung gegeben wird.

Auch Überlegungen und Untersuchungen mit verringerten Einzelimpfdosen für diese junge Altersgruppe sind im Gange.

Sollten Sie selbst in Abwägung der Pros und Cons zu dem Entschluss für die Impfung kommen, kann die Impfung in unserer Praxis erfolgen. Wie bei Erwachsenenimpfungen auch legen wir dabei besonderen Wert auf eine homöopathische Begleit- und Nachbehandlung.

Digitaler Impfpass

Liebe Patient:innen, wir sind dran mit dem digitalen Impfpass, aber noch ist dieser Service für uns nicht verfügbar. Wir geben an dieser Stelle bekannt, sobald wir den digitalen Impfpass anbieten können. Ihr Praxisteam

Daten zur Impfung von Kindern und Jugendlichen

In der bisher einzigen im N Engl Journal Medicine veröffentlichten Studie zur Coronaimpfung von Kindern zwischen 12 und 16 mit dem Biontechimpfstoff traten bei 86% der Kinder Schmerzen an der Injektionsstelle auf, bei 60% Müdigkeit, 55% Kopfschmerzen, 28% Schüttelfrost, 10% Fieber. Bei 3,4% schwerwiegende, systemische Nebenwirkungen. Das Ausmaß der Nebenwirkungen ist in dieser Altersgruppe deutlich höher als bei Erwachsenen.

Von den in Dtl. an Corona erkrankten Kindern mussten weniger als 0,1% stationär aufgenommen werden, davon hatten 2/3 schwere Vorerkrankungen und weniger als 0,00002% starben.

Zum Erreichen einer Herdenimmunität müssten sich 60-70% einer Bevölkerung impfen lassen oder durch die Erkrankung immunisiert sein. Derzeit geben ca 70% der Erwachsenen an, sich impfen lassen zu wollen. Die Gruppe der 12-18-jährigen machen 4,5% der deutschen Bevölkerung aus.

Laut Winston Center der Universität Cambridge überwiegt auch bei 20-29-jährigen noch das Risiko der Impfung dasjenige der Infektion.

Kinder und Covid 19

Die nun seit Beginn der Pandemie gemachte Beobachtung, dass von den schätzungsweise 14 Millionen Kindern und Jugendlichen in Deutschland nur etwa 1200 mit einer SARS-CoV-2-Infektion im Krankenhaus (< 0,01%) behandelt werden mussten und 4 an ihrer Infektion verstarben (< 0.00002%), sollte Anlass sein, Eltern übergroße Sorgen vor einem schweren Krankheitsverlauf bei ihren Kindern zu nehmen. Wobei natürlich dennoch jeder einzelne Fall eines schwer erkrankten oder verstorbenen Kindes an einer SARS-CoV-2-Infektion ein Fall zu viel ist und ein unerträgliches Einzelschicksal für Kind und Familie."

(aus einer aktuellen Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) und der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH))

 

Corona-Impfung

Allgemeines zur Impfkampagne: 

Wir unterstützen die Impfkampagne der erwachsenen Bevölkerung und beteiligen uns daher auch bei der Impfaktion des Impfzentrums der Stadt. Wie bei anderen Impfungen auch, kann die Nebenwirkungswahrscheinlichkeit der Coronaimpfung durch eine individuelle, homöopathische Begleitbehandlung gesenkt werden. Dies ist auch möglich, wenn die Impfung nicht in unserer Praxis durchgeführt wird. Auch eine Abschätzung der Impf-Nebenwirkungen in Ihrem persönlichen Fall oder die Frage Impfen ja/nein für bereits von Covid-19-Genesene kann gerne mit uns vorab besprochen werden. (Impfung von Genesenen frühestens 6-8 Monate nach Gesundung)

Der angedachten Impfung von Kindern und Jugendlichen stehen wir kritisch gegenüber, da sich gezeigt hat, dass zum einen junge Menschen in aller Regel gut mit der Corona-Infektion zurechtkommen, wohingegen die Verträglichkeit der Impfungen bei jungen Menschen schlechter ist als ab dem mittleren und va. höheren Alter.

 

Zur AstraZenenca-Impfung:

Nach gegenwärtigem Stand der Erkenntnis sind die mRNA Impfungen von Biontech und Moderna bei Menschen bis zum Alter von ca. 50 besser verträglich, was kurzfristige (akute) Nebenwirkungen betrifft, als die Impfung von AstraZeneca. Über 50 scheint auch die Impfung mit AstraZeneca gut verträglich zu sein. Dies bewies auch die britische Impfkampagne, bei der Astra in den oberen Altersgruppen millionenfach eingesetzt wurde.

 

Zur Impfung in unserer Praxis: 

Wir haben die Impfaktion in unserer Praxis mit den ersten uns zur Verfügung gestellten Impfstoffen begonnen (Astra und Biontech). Interessierte können sich gerne bei uns vormerken lassen. Es empfiehlt sich zugleich eine Registrierung beim Online Registrierungsportal des Bayerischen Staatsministeriums. Sie können die Impfung dann durchführen lassen, wo Sie eher zum Zug kommen. Wichtig aber: Bitte sogleich die jeweils andere Registrierung löschen lassen, sobald Sie einen Impftermin erhalten.

 

 

 

 

Antibiotika im Säuglingsalter erhöhen Asthmarisiko

Nach einer aktuellen, in der Fachzeitschrift Lancet publizierten Studie gibt es einen proportionalen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der Verordnung von Antibiotika im Säuglingsalter und dem Auftreten von kindlichem Asthma. Als Ursache für diesen Zusammenhang wird eine negative Veränderung des Darm-Mikrobioms durch Antibiotika vermutet.